Am Freitag Abend bin ich nach Lemberg gefahren, um am besten mir bekannten MTB-Marathon teilzunehmen. 105 km Pfälzer Wald verhießen mir einen großen Spaß.
Der Abend war sehr witzig.

Leider regnete es die Nacht und wie vom Wetterbericht angekündigt auch am Samstag Morgen.
Überrascht stellte ich fest, dass der Veranstalter sogar kurzfristig erwägte, die Chose komplett abzusagen. Es ist doch nicht überraschend, dass es im Oktober mal regnet. Das ist noch lange kein Grund nicht aufs Rad zu steigen.
Oder doch?
Viele stiegen nicht aufs Rad und fuhren direkt wieder heim.
MTBler wollen also wahre Kerle sein? Die harten Schweine unter den Radlern? Nicht die reinlichen Rennradler? Komischerweise hatte ich da schon Rennradmarathons im strömenden Piss und niemand kam auf die Idee irgendwas abzusagen. Klar sind ein paar nicht mitgeradelt, aber ich tippe mal, dass das alles MTBler waren, die mal mit dem Rennrad fahren wollten.
Kurz und gut:
Ich war stinksauer. Einen Haufen Aufwand betrieben, um familienfrei einen Tag auf dem Rad die Sau rauszulassen und sollte mich mit 75km, die ich locker auch daheim ohne Aufwand fahren kann, zufrieden geben.
So fuhr ich auch dementsprechend los. Die erste Stunde war ich viel zu schnell und tat mir weh.
Kurz vor der ersten Verpflegung erkannte ich einen Radler als meinen Flickr-Kontakt NST.
Er hatte es aber an der Verpflegung eiliger und fuhr schneller weiter.
Die Strecke selbst war super. Die Anstiege wurden langsam härter und die Abfahrten gewannen durch die Regenglätte zusätzlichen Reiz. An einer Steilkurve machte ich einen weiten Satz über meinen Lenker hinweg und landete hinter einem querliegenden Baum auf beiden Beinen. Die Radfahrer hinter mir gaben mir Abzüge in der B-Note, weil sie einen Salto sehen wollten. (Ich werde für das nächste Mal üben. 😉 )
Meine Hinterradbremse verabschiedete sich genauso wie mein Multitool auf dem Weg zur zweiten Verpflegung. Und danach?
Danach ging es „Hir lang!“
Viele Kilometer mit Regen, Sonnenschein, Singletrails, netten Streckenposten, einer tollen Verpflegung und starke letzte Kilometer. Alles was das Radlerherz begehrt. (Außer halt der Schleife für die 105km)
Im Ziel war auch gerade der Nachbar eingetroffen, der schlammbewehrte Wunden aufweisen konnte.
Fazit: Feine Geschichte, für die ich mich nicht mehr „Voranmelden“ werde. Bei gutem Wetter fahre ich hin für die lange Runde, bei schlechtem Wetter gehe ich lieber hier lang Rad fahren. Für 75km ist mir einfach der Aufwand zu hoch.
Grüße
W.




oh ja, solchen ärger kenne ich. gut vorbereitet und motiviert starten wollen und dann wird abgesagt (oder gekürzt). da muss mann erst mal sehen wohin mit der energie …
Mir hat´s trotzdem großen Spaß gemacht, der Pfälzer Wald ist bei jedem Wetter schön und die Streckenführung einfach genial. Vor allem: keine Zeitnahme, kein Stress. Nur nächstes Mal werde ich wieder vor Ort übernachten, um fünf Uhr aufstehen und noch zwei Stunden Autofahrt ist doch anstrengend.