Der Nachbar auf Ab- bzw. auf Wanderwegen

Mein Nachbar war vorige Woche auf einem der anderen alten Wanderwege im Spessart unterwegs. Der Weg von Lohr nach Aschaffenburg ist eine alte Handelsroute ähnlich wie der Eselsweg, den er auch kreuzt.

Das Bild entstand auf dem Kreuzungspunkt als Franz und ich unterwegs waren. Aber mal sehen, was der Nachbar zu berichten hat:

Schon länger geplant, endlich verwirklicht: Ost-West-Passage des Spessart, von Lohr nach Aschaffenburg, die Tour 59 aus der Frankfurter Rundschau nachgefahren, da ist zu lesen: „Die Tour sollten nur Radler angehen, die ihre Konditionsreserven kennen.“ Soso, packen wir! Tourenbeschreibung
Erste Prüfung. Anreise mit der Bahn, in Würzburg 14 Minuten Übergangszeit, viel Zeit? Nicht, wenn der Zubringer, ein Regionalexpress, 14 Minuten Verspätung hat. Mit dem geschulterten Rad durch den Bahnhof gesaust und den Zug nach Lohr noch erwischt.
Dort geht es erstmal durch die Stadt und dann mit dem M raus aus derselben, ziemlich warm heute, es geht zunächst steil bergan. Eine 30° Rampe führt mich nach rechts und kurze Zeit später ein wurzeliger Hohlweg und ich verliere mein Wegzeichen, das ich aber mit Gefühl und Karte nach einiger Zeit im Dickicht wieder finde. Zwischendurch ist die Markierung vom Wombach Bike Marathon zu sehen, findet morgen statt.

Nach 8,4km und 270 Höhenmetern am Margarethenhof, der aber nicht mehr bewirtet ist. Nächste Station ist das Forsthaus Aurora, heute leider wegen Familienfeier geschlossen. Achtung, hier wird das M verlassen, es geht mit dem roten Punkt am Zaun nach links, nicht durch das Gatter!

Ich hab´s verpeilt und bin einen Umweg über Einsiedel gefahren, auch schön und steil. Schließlich auch den Lindenfurther Hof erreicht und die Hafenlohr überquert. Drüben wieder bergauf mit rotem Balken und dem Spessartwilddieb. 3km und 280 Höhenmeter, aber dann geht es auch wieder bergab, ein schöner Trail, viele Steine und Wurzeln, weiter unten ein Sandsteinabsatz, wer mag, kann springen und dann Mittagsrast im Forsthaus Sylvan.

Auf der anderen Seite des Tals wieder bergauf und da sollte man der Tourenbeschreibung folgen und den Wiesenweg am Kehrberg nehmen, wenn man dem Wilddieb folgt, geht es ätzend anstrengend über Wurzeltreppen nach oben. Dort angekommen verlasse ich den Wilddieb nach rechts auf einem H und nach 210 Höhenmetern bin ich am Geiersberg, dem höchsten Punkt der Tour.

Es folgt ein schöner Trail durch Waldwiesen, ein recht „feuchter“ Waldweg (das Bike war doch erst geputzt!), man hört die Strasse, muß sich aber auf den Weg konzentrieren. Am Klärbecken die Stufen hoch und bald unter der A3 hindurch, eine komfortable Abfahrt auf Schotter schließt sich an, ich bin ein Stück auf dem Eselsweg, am Blockhaus des Forstamtes steil (!) bergan mit dem roten Punkt, später ein schöner, hindernisreicher Hohlweg und bald erreiche ich Mespelbrunn, Massen von Touris, schnell weiter, leider zu schnell, denn ich verpasse den Abzweig zur Hohen Warte, schon wieder raus und in Hessenthal, von barmherzigen Einheimischen den Wasservorrat aufgefüllt, mit ortskundiger Hilfe, der Karte und dem Kompass finde ich über steilen Anstieg die Hohe Warte, das alkoholfreie Weizen ist mehr als verdient.

Von da an eigentlich nur noch bergab, von Dörrmorsbach direkt nach Aschaffenburg und nicht mehr der Tour folgen, ich muss meinen Zug noch kriegen.
Insgesamt eine sehr schöne, im wesentlichen einsame Tour, in der Gruppe wäre es noch schöner gewesen, geile Trails, auch schwierige und schnelle Schotterabfahrten. Aber anstrengend.

Vielen Dank für den Bericht. Das schreit förmlich nach einer Nachahmungstat.

Grüße

W.

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Ein Kommentar zu Der Nachbar auf Ab- bzw. auf Wanderwegen

  1. mudshark sagt:

    sehr schönes areal, ich kenne die ecke von diversen mehrtageswanderungen und dem keiler bike marathon. auch deine vorher beschriebene runde im hafenlohrtal ist super. der spessart hält immer ein paar exzellente schmankerl bereit.
    tom

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